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Als Rebsorte werden Varianten der Edlen Weinreben (Vitis vinifera) bezeichnet. Neben anderen Faktoren wie Lage und Ausbau tragen sie entscheidend zum Geschmack eines Weines bei. Seit etwa 5000 v. Chr. sind durch Züchtung aus wilden Reben knapp 10.000 Rebsorten entstanden und etwa 2.500 davon in verschiedenen Ländern für die Weinherstellung zugelassen. Die meisten davon werden nur selten angebaut, nur einige hundert Rebsorten sind von Bedeutung, noch weniger werden überregional gepflanzt.

Es handelt sich um eine recht schnellwüchsige Kletterpflanze ohne eigenen Stamm. Durch die Griechen wurde sie nach Westeuropa gebracht und die Römer verbreiteten sie in ganz Europa, soweit das Klima stimmte.

Die Weinrebe ist eine der am stärksten zuckersammelnde Obstpflanzen der Welt. Zwischen 15 und 25 Prozent des Traubensafts besteht aus vergärbarem Zucker. Die Pflanze ist ziemlich zäh. Sie wächst auf kargen, nährstoffarmen Böden unter unterschiedlichsten Temperaturbedingungen. In der kühlen Champagne oder Teilen der Mosel und des Rheins ebenso wie in den heißen Anbaugebieten Spaniens.
Ein Schwachpunkt ist die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten & Schädlingen, die den Weintrauben zusetzen. Da zählen Mehltau, Schwarzfleckenkrankheiten, Milben und Nematoden.

Man unterscheidet bei Trauben zwischen Kelter- und Tafeltrauben, Trauben zur Rosinenherstellung sowie Ziertrauben, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind.

Rebsortenwein

Ein Rebsortenwein ist ein Wein, der hauptsächlich aus einer einzigen benannten Rebsorte hergestellt wird und der typischerweise den Namen dieser Sorte auf dem Weinetikett trägt. Beispiele sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Merlot. Die Regeln in den einzelnen Weinanbaugebieten schwanken, aber ein Rebsortenwein muss zwischen 75% bis 85% aus einiger einzigen Rebsorte gekeltert sein.
Weine, die den Namen von zwei oder mehr Sorten auf ihrem Etikett tragen, wie z.B. ein Chardonnay-Viognier, sind Mischungen und keine Sortenweine.

Reifezeitpunkt

Der Franzose Victor Pulliat (1827 - 1896) entwickelte eine Klassifizierung mit 5 Kategorien, deren Referenz der sehr früh reifenden Gutedel ist. Als Gradmesser wurde das Mostgewicht eingeführt.

Kleine Rebsortenkunde

Diese Liste erläutert einige der bekannteren Rebsorten und beschreibt kurz ihre wichtigsten Eigenschaften, bzw. die Geschichte ihrer Verbreitung.

Klassische Rebsorten sind bei den Rotweinen zum Beispiel Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Syrah, bei den Weißweinen zum Beispiel Chardonnay, Sauvignon Blanc, Riesling, Sémillon und Chenin Blanc.

Baccuchs
ist eine Kreuzung (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau. Es ist eine frühreife Sorte mit milder Säure. Die Weine haben ein blumiges Bukett mit leichtem Muskatton.
Cabernet Sauvignon
Der Cabernet Sauvignon wurde in Frankreich bereits im Jahre 1635 urkundlich erwähnt - damals sandte Kardinal Richelieu dem Abbé Breton mehrere tausend Rebstöcke. Der Name Bidure bot Anlass zur Vermutung, dass sie von der von Plinius dem Älteren (23-79) erwähnten, antiken Sorte Biturica abstammen könnte. Erst ab Ende des 18. Jahrhunderts trat die Sorte im Bordeaux verstärkt in Erscheinung, besondere Verdienste werden Armand d´Armailhacq und Baron Hector de Brane zugeschrieben. Heute dominiert sie vor allem in den großen Weinen des Medóc.
Fast jedes Land mit nennenswertem Weinbau hat Cabernet in seinen Weinbergen. Die besten sortenreinen Cabernets werden in Kalifornien und der Toskana hergestellt. In Kalifornien gilt der reinsortige Ausbau als die höchste Vollendungsstufe und liefert Weine der Weltklasse. Cuvées mit Cabernet werden dort oft als Bordeaux-Blends bezeichnet.
Chardonnay
Die Chardonnay-Rebe zählt zu den ältesten und verbreitetsten Burgundersorten. Auf kalkhaltigem Standort bringt sie volle, kräftige Weine mit Blume und Charakter.
Dornfelder
Eine Züchtung die Weine mit tiefroter Farbe hervorbringt. Die Weine sind fruchtig, körperreich bei gleichzeitig geringer Säure. Durch die Maischegärung bekommen die Weine einen feinen Gerbstoffanteil.
Grauer Burgunder
Alte Rebsorte mit einem feinen Burgunderton. Es ist eine spät reifende klein-Beerige, graublau gefärbte Traube und bringt volle, wuchtige Weine. Eignet sich für mögliche Spitzenweine.
Weißer Burgunder
Klein-Beerige, mittelspäte Rebsorte mit einem angenehmen Burgunderbukett. Durch die etwas säurebetonte Art wirken die Weine jugendlich und spritzig.
Kerner
Eine Kreuzung von Trollinger x Riesling. Erzeugt Weine mit anregender Frische und liebliche Blume welche Riesling Charakter besitzen. Bei später Reife werden hohe Mostgewichte erreicht.
Müller-Thurgau
ist eine Weißweinsorte die 1882 vom Schweizer Hermann Müller-Thurgau gezüchtet wurde, um die Ertragssicherheit zu erhöhen, die dem Riesling fehlte. Heute wird sie meist Rivaner genannt. Die Rebe ist im Gegensatz zum Riesling ist eine früh reifende Rebsorte mit deutlich weniger Säure. Sie ist zwar relativ frostanfällig, stellt aber anstosnten keine großen Ansprüche an die Lage bzw. den Boden.
Ihr Schöpfer konnte mangels genauer Aufzeichnungen später keine Angaben machen, welche Eltern-Rebsorten tatsächlich verwendet wurden. Zunächst ging man davon aus, dass es sich um eine Kreuzung zwischen Riesling & Silvaner handelte. Gentechnische DNA Analyse aus dem Jahr 2009 ermittelten jedoch die Rebe Madeleine Royale als Elternteil, die selber eine Kreuzung aus Pinot & Trollinger ist.
Das Alterungspotenzial gering ist, weswegen man den Wein nicht zu lange Lagern sollte (ausgenommen Prädikatsweine). Mit Abstand größtes Anbaugebiet ist Deutschland (13.000 ha), gefolgt von Österreich (3.000 ha) und Ungarn (2.000 ha).
Portugieser
ist eine alte traditionsreiche Rebsorte der Pfalz. Es sind milde und zarte Weine. Der Portugieser - Weißherbst wird durch sofortiges Abpressen erzeugt.
Regent
Das Besondere an dieser Züchtung ist seine Resistenz gegen Pilzkrankheiten. Damit muss keine Bekämpfung eines eventuellen Befalls vorgenommen werden. Es sind samtig - milde Weine, tiefrot in der Farbe mit einer milden Säure.
Riesling
ist eine spätreifende, kleinbeerige Sorte welche von Wildreben entstammt. Die Weine haben einen edlen Duft und eine rassig, feurige Säure. Dadurch auch eine ausgezeichnete Lagereigenschaft. Es werden Weine erzeugt, welche zu den besten der Welt gehören.
Saint Laurent
Der Name hat seinen Ursprung vom St. Laurentiustag, an dem die Reife beginnen soll. Es sind Weine von eleganter Feinheit und Feuer und erreichen das Niveau bester europäischer Rotweine.
Spätburgunder
ist die Stammrebe aller Burgunderreben. Sie gibt herzhafte Rot- und Roséweine mit einer fruchtig-eleganten Art. In guten Jahren werden hervorragende Spitzenweine erzeugt.
Syrah
Die Rebe ist sehr empfindlich gegen Spätfrost und treibt daher spät aus. Sie braucht heißes, trockenes Klima und wird vor allem im Rhônetal angebaut. Sie ist Bestandteil vieler Verschnittweine in ganz Südfrankreich.
In den Appellationen des nördlichen Rhônetals (Cóte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage undCornas) ist sie sogar die einzige erlaubte rote Rebsorte. Im Languedoc, einem der größten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt, fließt sie zusammen mit Carignan, Grenache und Mourvedré in die Cuveés ein. Ihr Anbaugebiet dehnt sich nach Westen bis nach Gaillac aus. Dort sind auch Cuvées zusammen mit den Bordeaux-Rebsorten möglich. Sie reift dort übrigens später als der Merlot, aber früher als der Cabernet Sauvignon.